Entstehung
Die Kirche entstand im Zuge der mittelalterlichen Besiedlung des Barnim. Der massive Feldsteinbau gehört zu den ältesten erhaltenen Gotteshäusern der Mark Brandenburg.
Eine mittelalterliche Feldsteinkirche, geprägt von Jahrhunderten Dorfgeschichte, Gottesdienst und Musik.
Die Dorfkirche Stolpe wurde zwischen 1190 und 1250 errichtet und gehört damit zu den ältesten erhaltenen Kirchen der Region. Der schlichte Feldsteinbau bildet bis heute den historischen Mittelpunkt des Dorfes.
Über Jahrhunderte wurde die Kirche verändert, erweitert und bewahrt. Besonders prägend sind der Turm von 1822, die historische Patronatsloge, die Orgel aus dem 19. Jahrhundert und zahlreiche Ausstattungsstücke mit außergewöhnlicher Geschichte.
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Nach der Reformation wurde das frühere Priesterportal an der Südwand zugemauert. Der Geistliche sollte fortan gemeinsam mit der Gemeinde durch denselben Eingang die Kirche betreten.
Kirchenpatron Albrecht Wilhelm von Pannwitz ließ den bisherigen Dachreiter durch den heutigen steinernen Turm ersetzen. Sein Entwurf orientiert sich am Turm der Dorfkirche Schwante.
Nach baulichen Veränderungen in den 1970er Jahren wurde die Kirche über ein Jahrzehnt hinweg umfassend restauriert. Viele historische Details konnten dabei erhalten oder wieder sichtbar gemacht werden.
Das Kirchenschiff ist eine schlichte Saalkirche aus Feldsteinen. Zwischen Schiff und Turm liegt ein altes gotisches Portal. Der quadratische, hell verputzte Turm besitzt eine reiche Putzgliederung und eine geschwungene kupfergedeckte Haube.
Auf der Turmspitze stehen Stern, Kugel und Krone. Der Stern verweist auf Christus, die Kugel auf die Welt; die Krone erinnert an die historische Verbindung der Patronatsfamilie zum preußischen Königshaus.
Die ehemalige Patronatsloge stammt aus dem 17. Jahrhundert und war der besondere Platz der Gutsherrschaft. Heute befindet sich dort eine kleine historische Sammlung.
Ihr Giebel wird von gedrehten Halbsäulen getragen und trägt ein Bibelwort aus Psalm 26 über die Liebe zum Haus Gottes.
Altar, Kanzel und hölzerne Taufe stammen im Wesentlichen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Altarwand enthält eine Kopie des Abendmahls von Leonardo da Vinci; Kreuz und Auge Gottes schließen den Aufbau nach oben ab.
Über der Taufe schwebt ein barocker Taufengel. Er galt lange als verschollen, wurde auf dem Dachboden wiederentdeckt und in den 1990er Jahren restauriert.
An der Südwand befindet sich ein Zinkgussrelief aus der Werkstatt Karl Friedrich Schinkels. Es ist eine Leihgabe aus St. Nikolai in Potsdam und gelangte nach einer Restaurierung nach Stolpe.
Unter den historischen Fenstern befinden sich zwei Wappenscheiben von 1649, die anlässlich der Hochzeit von Hedwech von Schlaberndorf und Georg von Haken gestiftet wurden.
Die Orgel wurde 1857 beim Berliner Orgelbauer Ferdinand Lange in Auftrag gegeben und 1859 fertiggestellt. Die Prospektpfeifen lieferte Carl August Buchholz.
Das Instrument ist bis heute weitgehend original erhalten und besitzt acht Register, ein Manual und Pedal. 1993 wurde es durch die Firma Alexander Schuke gewartet; 2017 erfolgte eine umfangreiche Generalrenovierung.
Zwei historische Glocken aus den Jahren 1534 und 1652 sind bis heute erhalten. Eine weitere Glocke musste im Zweiten Weltkrieg abgegeben werden und wurde 1954 ersetzt.
Damit spannt das heutige Geläut einen Zeitraum von fast fünf Jahrhunderten Kirchengeschichte.
Im Altarraum steht seit 2014 das moderne Taufgedenken, das persönliche Tauferinnerung und Gemeinschaft miteinander verbindet. Zugleich ist die Dorfkirche seit vielen Jahren ein über den Ort hinaus bekannter Konzertort.
Architektur, Innenraum und besondere Ausstattungsstücke. Ein Klick öffnet das Bild in einer größeren Ansicht. Bildnachweise und Lizenzen stehen direkt bei jedem Bild.
Außenansichten, Portale und historische Baudetails.
Altarraum, Taufe, Kanzel, Orgel und weitere Ausstattung.
Wappenscheiben und Zeugnisse der Patronatsgeschichte.
Dorfstraße 4, 16540 Hohen Neuendorf OT Stolpe
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