Kirche Hohen Neuendorf

Ein Kirchenbau von 1909 mit markanter Architektur, reicher Ausstattung und einer bewegten Geschichte.

Kirche Hohen Neuendorf
Berliner Straße 40 · Hohen Neuendorf

Zwischen Dorfkirchenbewegung und Neobarock

Die Kirche wurde zwischen 1907 und 1909 errichtet und am 21. Februar 1909 eingeweiht. Entworfen wurde sie vom königlichen Baurat Georg Büttner, einem Vertreter der damaligen Dorfkirchenbewegung.

Der Bau verbindet Heimatschutzstil und neobarocke Formen. Besonders auffällig sind der mächtige Zwiebelturm, die helle gelb-weiße Fassadengestaltung und der reich ausgestattete Innenraum. Seit 1998 steht die Kirche unter Denkmalschutz.

Bauzeit
1907–1909
Architekt
Georg Büttner
Turmhöhe
ca. 40 Meter
Denkmalschutz
seit 1998
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Virtueller Rundgang

Die Kirche als Kugelpanorama erleben

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Geschichte

Vom Wunsch nach einer eigenen Kirche bis zur Restaurierung

1847–1898

Der Weg zur eigenen Kirche

Bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bemühten sich die Einwohner um ein eigenes Gotteshaus. 1898 stellte der Bauer Hornemann der Gemeinde ein Baugrundstück zur Verfügung. Ein Kirchenbauverein sammelte anschließend die erforderlichen Mittel.

1907

Grundsteinlegung

Am 26. September 1907 wurde der Grundstein gelegt. Im Fundament befindet sich ein kupferner Dokumentenkasten mit Urkunden, zeitgenössischen Unterlagen und Erinnerungsstücken aus dem Ort.

1909

Einweihung

Am 21. Februar 1909 feierte die evangelische Gemeinde die Einweihung. In den ersten Jahrzehnten wurde das Gebäude zeitweise auch von der katholischen Gemeinde des Ortes für Gottesdienste genutzt.

1935–2009

Veränderung und Wiederentdeckung

1935 wurden Teile der ursprünglichen Fassadengestaltung vereinfacht und die ornamentale Ausmalung der Apsis überstrichen. Bei der umfassenden Sanierung zum 100-jährigen Jubiläum wurde ein großer Teil der historischen Gestaltung wieder sichtbar gemacht und restauriert.

Architektur

Saalkirche mit Zwiebelturm

Der verputzte Ziegelbau ist als Saalkirche angelegt. Anders als bei vielen historischen Kirchen wurde auf eine klassische Ostung verzichtet: Turm und Eingangsportal orientieren sich bewusst zur Straße und zu den damaligen Hauptzugangswegen.

Das Kirchenschiff wird von einem Tonnengewölbe mit kassettenartig gegliederter Holzkonstruktion überspannt. Der südöstlich angeordnete Turm trägt eine geschweifte Haube, eine achtseitige Laterne sowie Kugel und Kreuz.

Apsis & Altar

Wiedergewonnene Farbigkeit

Die halbkreisförmige Apsis besitzt wieder ihre floral-ornamentale Ausmalung, die bei der Restaurierung freigelegt wurde. Drei rundbogige Buntglasfenster bringen farbiges Licht in den Altarraum.

Der hölzerne Altar stammt aus der Bauzeit. Sein Retabel wird von einem hohen Kruzifix gekrönt; im Mittelpunkt steht das Christuswort aus Johannes 14,6.

Fenster

Glasmalerei von Rudolf Linnemann

Die Bleiglasfenster wurden von Rudolf Linnemann in Frankfurt am Main gestaltet und durch Bürger Hohen Neuendorfs gestiftet. Die Chorfenster zeigen Geburt Jesu, Auferstehung und Himmelfahrt.

Weitere Fenster greifen biblische Gleichnisse, das historische Kirchengebäude und die damals im Ort aktiven Vereine auf. Damit erzählen sie zugleich Glaubens- und Ortsgeschichte.

Ausstattung

Kanzel, Taufe, Kronleuchter und Gemälde

Zur Ausstattung gehören eine reich geschnitzte Kanzel, ein Sandsteintaufbecken mit den Symbolen der vier Evangelisten sowie ein großer schmiedeeiserner Kronleuchter aus der Bauzeit.

Das Ölgemälde „Die Anbetung der Hirten“ entstand noch vor dem Kirchenbau und diente zuvor als Altarbild im Betsaal der Schule.

Orgel & Glocken

Musik seit der Bauzeit

Grüneberg-Orgel

Die Orgel stammt aus der Bauzeit der Kirche und wurde von Felix Grüneberg in Stettin gebaut. Sie besitzt acht Register, zwei Manuale und Pedal sowie eine pneumatische Traktur. 1941 wurde das Instrument durch die Firma Alexander Schuke umgebaut; 1994 erfolgte eine weitere Wartung und Reparatur.

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Das Geläut

Die ursprünglichen drei Glocken wurden 1908 erstmals erprobt, mussten jedoch 1917 kriegsbedingt abgegeben werden. Heute besteht das Geläut aus zwei Gussstahlglocken von 1955 und einer Bronzeglocke von 1928.

Die drei Glocken tragen sinngemäß gemeinsam den Engelsruf aus der Weihnachtsgeschichte: Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.

Die Glocken im Audioguide →
Foto: · Wikimedia Commons ↗ · CC BY-SA 4.0 ↗
Karte & Anfahrt

Kirche Hohen Neuendorf finden

Berliner Straße 40, 16540 Hohen Neuendorf

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